Warum «Never change a running system» totaler Quatsch ist!

Alle kennen diesen Spruch, oder? Aber stimmt der auch? Wir finden: Quatsch! Warum Veränderung wichtig ist und es trotzdem nicht heisst, dass vorher alles schlecht war.

«Wir haben das schon immer so gemacht.»

Wer hat diesen Satz schon öfter gehört? Wir alle. Und das in den verschie­densten Situationen oder Settings. Aber am häufigsten wohl im beruflichen Umfeld. Dir wird eine Methode oder ein ideales Vorgehen gezeigt und vorgelebt und oft ist das die Erklärung, um diese Vorgehensweise zu rechtfertigen. Du hast einen besseren Vorschlag? Ach, wenn die, die schon seit 20 Jahren in der Branche sind, das so machen, dann wird das auch richtig sein so. Denk ich mal. Wenn wir jetzt darüber schreiben, scheint es uns so absurd, da wir – THE PROJECT BLACK – eigentlich immer bestrebt sind, unsere Prozesse stetig zu optimieren. Aber es gibt da doch Sachen, die bei uns aus uner­klärlichen Gründen hängengeblieben sind und in unseren Köpfen verharren. Wie dieser eine Fleck auf der Lieblings­hose, der schon so lange da ist, dass er jetzt zum Design gehört und im stressigen Alltag vollkommen übersehen wird. (Vergleiche – sorry, Metaphern – können wir.)

Nach drei Jahren sollten wir doch …

… alles optimal und vollkommen lösungs­orientiert hinbekommen. Denkste! Klar, zweimal im Jahr überschlagen wir unsere Finanzen und einmal im Jahr – meist 2–3 Tage – schauen wir uns all unsere Prozesse im Detail an und analysieren, was wir verbessern können. Aber es gibt sie, diese blinden Flecke, die wir alle haben. Bei uns war das zum Beispiel – um eines zu nennen – die Art, wie wir Arbeiten präsentieren. Uns wurde das in der letzten Agentur, in der wir gearbeitet haben, so gezeigt und wir haben das eins zu eins übernommen. Warum? Na, jemand mit 20 Jahren Erfahrung hat uns das so beigebracht. Punkt. (Mehr haben wir uns auch nicht gedacht, ehrlich.) Hoppla! Eines Tages sind wir über ein Video einer Agentur aus Mexiko gestossen, die über ihre Präsentations­methode erzählt hat. Und plötzlich haben wir es gemerkt. Wir haben uns vor allem auf Prozesse in der Selbständigkeit fokussiert. Unsere Art die Buchhaltung zu führen jährlich überdacht. AGB gewälzt, ergänzt, gestrichen, darüber diskutiert. Kurse zur Selbständigkeit besucht und sogar selbst Kurse gegeben (dazu gibt es auch einen Artikel). Wir waren so damit beschäftigt, alles zu überdenken, was wir in den letzten drei Jahren gelernt haben, dass wir vieles, was wir schon vorher wussten, ausser Acht gelassen haben. Wir wollen damit nicht sagen, dass die Methode, die wir von damals übernommen haben, schlecht war. Kunden und Kundinnen waren bisher durchweg begeistert und wir haben noch nie schlechtes Feedback erhalten. Aber das lag wohl eher – oder hoffentlich! – an uns und unserer Art als an der Präsentation.

Es ist nie zu spät für Veränderung

Wir wollen jetzt keine Abhandlung darüber schreiben, wie wir präsentieren. (Ihr wollt es sehen? Dann lass uns über ein Projekt sprechen!) Was wir wollen, ist: Es ist nie falsch, Gelerntes zu hinterfragen, zu überdenken und auch komplett über Bord zu schmeissen! Auch wir haben nach dem Video der mexikanischen Agentur geschwankt zwischen «Wow, los! Alles wird jetzt neu und besser!» und «Vielleicht sind wir gar nicht so gute Grafiker­innen, dass uns das erst nach drei Jahren auffällt?» Quatsch! Wir hatten mit vielen anderen Dingen zu kämpfen, Selbständigkeit während des Lockdowns, freiwilliges Engagement für die syndicom und unserer Branche, Dozentinnen-Jobs, abends auch mal Cocktails zu mixen, um über die Runden zu kommen, Rücklagen im Alter, Stundensätze und dazu unsere Haupttätigkeit: Brandings und Designs zu kreieren. Die Präsen­tations­form haben wir etwas ausser Acht gelassen. Aber das Ergebnis war immer gut. Und ja solche Veränderungen brauchen Aufmerksamkeit, Fleiss und vor allem: Zeit! Die haben wir nicht immer als Selbständige. Die Jobs, die reinkommen haben immer Priorität. Nicht dringende interne Arbeiten bleiben öfter auch mal liegen oder werden verschoben, die bringen ja kein Geld ein. (Ist das erst die zweite Runde unserer Blog­beiträge und dem Newsletter? Na siehste!)

Die beste Überleitung ever!
Ob selbständig, angestellt oder auch im privaten: überdenkt von Zeit zu Zeit auch Dinge, die sich bei euch als Routinen festgelegt haben. Oft neigen wir dazu, nur neu erlerntes zu hinterfragen, aber auch festgefahrene Muster sollten unter die Lupe genommen werden. Go for it!

Wow, welch fancy Übergang zu zwei coolen Sachen:
Nummer 1: Schaut euch unsere Bücherliste an. Das Buch z.B. «Die 1%-Methode» hat bei uns vieles im obigen Zusammenhang bewirkt.
Nummer 2: Wer hat an der Uhr gedreht? Ist es wirklich schon so spät? Dieser Blogeintrag und der Newsletter sollten im Sommer kommen und jetzt können schon fast einen guten Rutsch ins neue Jahr wünschen. Hilfe! Aber sehr passend: plant im Dezember einige Tage ein, um genau solche Routinen zu über­denken und im neuen Jahr anders – und besser? – zu machen. Von wegen Vorsätze und so. Viel Spass!

1 Kommentar

  1. Tüpflischisser 2

    Ich weiss gar nicht was ich sagen soll. Weitermachen!